Foto: Christoph Hedinger, ca. 1964

135 Fokus Winterthur | Haus Hedinger

Das Haus Hedinger wurde 1962 im Auftrag von Anne-Marie und Christoph Hedinger nach Plänen des Basler Architekten Rolf Georg Otto errichtet. Es nimmt eine besondere Stellung im Werk des Architekten ein, der schweizweit ein bedeutender Vertreter der Sichtbetonarchitektur in den 1950er, 60er und 70er Jahren war.

Mit einem Flachdach gedeckt und in das abfallende Gelände des Lindbergs eingebettet, tritt der gegen die Schickstrasse geschlossen gestaltete Baukörper, nach Südosten zweigeschossig und mit grossen Fensteröffnungen in Erscheinung. Auf dieser Seite finden sich auch die Wohnräume, wovon aus man in den grosszügigen, zeittypisch gestalteten Garten gelangt. Ein Sitzplatz, der durch ausgreifende Betonrippen, sogenannte brise soleil, überdeckt wird, befindet sich vor dem Wohnzimmer. Typisch für die Architektur der 1960er Jahre scheinen die Innen- und Aussenräume ineinander zu fliessen, das in einer ebenfalls zeittypischen Materialwahl von Sichtbeton, Tannenholz und Kunststein. Die skulpturale Architektursprache und die rohen, unverfälschten Oberflächen lassen das Einfamilienhaus stilistisch klar dem Brutalismus zuordnen. Im Vergleich mit anderen Häusern aus der Zeit zeigt sich das «Haus Hedinger» als progressiver und zukunftsweisender Bau, der die Architektursprache der 1950er Jahre bereits hinter sich liess.

In Winterthur finden sich kaum vergleichbare Einfamilienhäuser, die die brutalistische Architektursprache der Nachkriegsmoderne so konsequent verkörpern.




Adresse


Schickstrasse 3
8400 Winterthur

In GoogleMaps öffnen

Öffentlicher Verkehr


Bus 10 bis Haldengut, danach 5 Min. zu Fuss

Details


Erstellung: 1962
Architektur: Rolf Georg Otto

Eigentümerschaft: Privat

Auszeichnungen:

Überkommunales Schutzobjekt