«Eine utopische Unternehmung»
Als Eugen Steinemann, erster Präsident der Genossenschaft Hobel, 1951 von einer «utopischen Unternehmung» sprach, meinte er damit weit mehr als nur wirtschaftlichen Erfolg. Die Gründer wollten zeigen, dass ein Betrieb auch nach anderen Regeln funktionieren kann: Nicht der Gewinn stand im Mittelpunkt, sondern die Förderung einer guten Wohnkultur, die Verwirklichung genossenschaftlicher Grundsätze und die Achtung der Würde der Arbeit. Diese Ziele wurden konkret umgesetzt. Mitarbeitende sollten nach einem Jahr Genossenschafter werden und damit Mitverantwortung übernehmen. Betriebsversammlungen, Mitbestimmung und eine Vertretung der Belegschaft im Vorstand waren fest verankert. Auch die Gewerkschaft erhielt eine starke Stellung, und mögliche Gewinne sollten mit den Mitarbeitenden geteilt werden. Inspiriert wurde Hobel vom Escherbund, einem Kreis religiöser Idealisten und Sozialisten, der seit 1935 eine Erneuerung von Gesellschaft und Wirtschaft anstrebte. Für sie war die Genossenschaft das Modell der Zukunft.