Ob barocke Opulenz, moderne Schlichtheit oder brutalistische Härte; schallendes Glockengeläut, religiöse Rituale oder andächtige Stille: Sakralbauten prägen die Schweizer Gesellschaft seit Jahrhunderten. Ihre Hallen waren Orte von Alltag, Religion und Gemeinschaft, ihre Türme markierten die Mitte von Dörfern und Quartieren.
Doch Glaube und Kirche verlieren an Bedeutung. Viele einst belebte Gotteshäuser stehen leer, und sinkende Steuereinnahmen erschweren ihren Unterhalt. Kirchgemeinden suchen deshalb nach neuen Strategien für ihren Sakralbaubestand. Welche rituellen und architektonischen Qualitäten gilt es zu bewahren? Welche neuen Nutzungen sind denkbar? Und was darf – und muss – sich verändern?
Die Ausstellung zeigt anhand historischer und zeitgenössischer Projekte aus der Schweiz unterschiedliche Wege im Umgang mit diesem Erbe – von der Umnutzung bis zum Abbruch. Sie lädt dazu ein, über Wandel und Erhalt nachzudenken und darüber, wie Sakralbauten auch jenseits religiöser Rituale neue gesellschaftliche Bedeutung gewinnen können.